Kanada Vegan

4 Tage im Algonquin Park

Schon lustig wie die Dinge sich manchmal einfach fügen. Als ich meine Reise nach Kanada geplant habe, war ich absolut darauf vorbereitet den Großteil dort alleine zu bestreiten. Ich habe mich sogar sehr auf viel Zeit mit mir selbst, meinen Büchern und meinem Journal gefreut. Dann habe ich aber bereits bei meinem ersten Besuch in Ottawa so viele nette Menschen kennengelernt, dass die Vorstellung alleine zu reisen plötzlich sehr traurig war. Zum Glück hat sich Daniel aus Ottawa dazu bereit erklärt eine Pause von seiner Masterarbeit zu nehmen, und mich zum Algonquin Park zu begleiten. Wir haben ein Auto gemietet, die Musik aufgedreht und dort wirklich ganz wunderbare 4 Tage mit wandern, Kanu fahren, schwimmen und relaxen verbracht.

Mein Blog war nie sehr persönlich, und ich möchte das jetzt auch nicht ändern. Trotzdem möchte ich ein wenig von den Restaurant- und Rezeptbeiträgen abweichen und meine Erlebnisse kurz zusammenfassen. Vegane Restaurants kann ich von diesem Ausflug nicht präsentieren, aber einen kleinen Einblick in unseren veganen Speiseplan. Ich hoffe das Lesen macht genauso viel Spaß wie das Schreiben!

Speiseplan

Eines ist klar, beim Wandern kommt es auf eine ausreichende Menge gesunden Essens und genügend Snacks an. Daniel hat sich bereit erklärt mit mir gemeinsam vegan zu essen, worüber ich sehr dankbar war. Eventuell springt er sogar auf den veganen Zug auf in Zukunft! Da es vor Ort keine Einkaufsmöglichkeiten gab, haben wir unseren Speiseplan vorher geplant und entsprechend eingekauft. Hier ist wofür wir uns entschieden haben:

Frühstück Tag 1 – 4: Oatmeal oder Overnight Oats mit Banane, Blaubeeren, Joghurt und Mandelmus
Mittagessen Tag 1 – 4: Reste vom Abendessen, sowie Sandwiches, Babykarotten und Hummus
Abendessen Tag 1: Pasta mit Marinara und Spinat
Abendessen Tag 2 & 3: Blumenkohl, Kichererbsen und Spinat Curry mit Basmati Reis
Snacks: Cliff bars, Studentenfutter, Obst, gesalzene Mandeln

Wir haben jeden Tag mit einem sättigenden und gesunden Frühstück gestartet, genügend Snacks eingepackt und die Batterien abends mit einer ausreichenden Menge Vitaminen, Kohlenhydraten und Eiweiß aufgefüllt. Unser Speiseplan ist wirklich geradezu perfekt aufgegangen und wir waren sehr zufrieden damit. Zu keiner Zeit waren wir hungrig, energielos oder überfressen.

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Tag 1

Früh morgens habe ich unser perfektes kleines Auto vom Verleih abgeholt und Daniel vom Zug aufgesammelt. Dann ging es gemeinsam zum einkaufen, die Musik wurde aufgedreht und wir fuhren ab ins Abenteuer.

Unser erstes Ziel und Hauptquartier war das Wolf Den Hostel, direkt vor dem West-Tor des Algonquin Parks. Als ich mich damals auf die Suche nach einem Übernachtungsort gemacht hatte, waren mir folgende Dinge wichtig: es sollte einsam gelegen sein, ruhig, unaufgeregt und ohne jeglichen Luxus oder gar Internet. Das Wolf Den hat jegliche Erwartungen sogar noch übertroffen und wir hatten wirklich eine ganz wunderbare Zeit dort. Nachdem ich nicht alleine dort war, haben wir anstatt des ursprünglich geplanten Schlafsaales eine der Hütten bezogen. Sowohl Jen als auch Jaques sind ganz wunderbare Gastgeber, und haben nicht gezögert unsere Buchung ein wenig herumzuschieben, obwohl wir so täglich das Zimmer wechseln mussten und das natürlich mehr Arbeit für die beiden bedeutet hat. Die erste Nacht haben wir in der Loon Cabin, die zweit in Ben’s Cabin (unser Favorit, Bilder unten) und die letzte dann in einem der Schlafsäle verbracht. Alle Räume waren wirklich sehr komfortabel und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet.

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Badezimmer, Küche und Wohnbereich befindet sich alles im Hauptgebäude. Die Küche bietet so ziemlich alles an Geräten was das Herz begehrt, und auch viel Platz für die mitgebrachten Lebensmittel in Regalen und Kühlschränken. Gegessen werden kann im gemütlichen Essbereich oder im großen Garten. Wer mag kann den kleinen Kräuter- und Gemüsegarten besuchen und eventuell eine Kleinigkeit für das eigene Abendessen ernten. Der Wohnbereich ist auf der Galerie, wunderschön und gemütlich, und voller Sofas, Bücher und Platz zum entspannen. Duschen und Toiletten befinden sich sowohl im Haus als auch draußen. Um es kurz zu fassen – uns hat es an nichts gefehlt.

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Da wir beide ziemlich kaputt von der Reise waren, haben wir am ersten Tag das Hostel und den nahegelegenen Fluss erkundschaftet, und sind dann zum Two River Lake in den Park zum schwimmen gefahren. Es war ein Tag voller Entspannung, Lesen und Pläne machen für die folgenden Tage.

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Tag 2

Zu unserer großen Enttäuschung hat uns morgens ein grauer und bewölkter Tag begrüßt, Unser eigentlicher Plan war es den Mizzy Lake Trail anzugehen, die längste Tageswanderung mit 11 km. Wir wollten aber in keinen Sturm geraten, und haben daher spontan umgeplant. Nach einem kräftigenden Oatmeal am Fluss und einer Begegnung mit einer Baby-Schnappschildkröte, haben wir uns an den kurzen Hardwood Lookout Trail gemacht. Da haben wir dann recht schnell realisiert, dass die angegebenen Zeiten für uns nicht gelten würden, und nur eine halbe Stunde später waren wir schon zurück von der ersten Wanderung. Also haben wir uns an einen etwas längeren Trail getraut, den Two Rivers Trail. Auch der hat uns gerade mal 45 Minuten gekostet, und nach kurzer Besprechung beim Mittagessen, haben wir uns letztendlich doch noch nachmittags für den Mizzy Lake Trail entschieden

Der Wanderweg führt vorbei an wunderschöne Landschaften, durch dichten Wald, zu neun kleinen Seen und einer alten Zugstrecke. Obwohl wir weder Elche noch Bären getroffen haben, durften wir drei spielende Otter im Fluß erleben, sowie einen majestätischen Kanadareiher. Die Länge ist sehr angenehm, ohne steile Passagen, dafür auf einem abwechslungsreichen Weg. Wir haben eine kurze Pause eingelegt und die ganze Wanderung in etwas weniger als 4 Stunden abgeschlossen.

Alles in allem haben wir an diesem Tag ungefähr 15 km hinter uns gelegt, und Daniel’s Fitnessuhr hat uns über 30.000 Schritte angezeigt. Daher haben wir uns später ausgiebig an Curry satt gegessen und danach kräftig ausgeschlafen. Obwohl der Wetterbericht uns erst beinahe abgehalten hätte, haben sich der bewölkte Himmel und die kühle Temperatur als die perfekten Wander-Voraussetzungen herausgestellt.

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Day 3

Nach einem ruhigen Morgen mit gutem Frühstück und reichlich Kaffee zum aufwachen, sind wir trotz erneut bewölktem Himmel bei unseren Plänen Kanu zu fahren geblieben. Wir haben uns für den Canoe Lake entschieden, und nachdem wir unser Alu Kanu für 4 Stunden bezahlt hatten, sind wir sofort raus aufs offene Wasser. Ich habe vorher noch nie in einem Kanu gesessen, aber unter Daniels hilfreicher und geduldiger Anleitung ging es dann schnell den riesigen See hinunter. Die Erkenntnis, wie anstrengend das Paddeln ist, kam dann bereits nach 10 Minuten – aua! Trotzdem haben wir es zu unserem Ziel geschafft, ein wenig das Ufer ausgekundschaftet, und sind dann weiter an die Spitze des Sees. Irgendwann hat uns dann auch die Sonne überrascht und wir haben auf dem Wasser ein leckeres kanadisches Bier getrunken. Ich hab mich nicht getraut meine Kamera mitzunehmen, daher gibt es leider keine Bilder. Es war eine ganz wundervolle Erfahrung und ich freue mich auf mehr Kanu fahren in der Zukunft.

Wieder mal gab es ein verdientes, ausgiebiges Mittagessen und danach ein wenig Entspannung und ein kleines Schläfchen am See. Später haben wir unser Abendessen eingepackt und auf dem Lookout Trail verspeist, während wir den Sonnuntergang beobachtet haben. Die Aussicht ist unvergleichlich!

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Day 4

Die Tage vergingen wirklich wie im Fluge. Die Zeit rennt ja leider immer wenn man sehr viel Spaß hat, und das war hier definitiv der Fall. An unserem letzten Tag haben wir erst all unsere Sachen gepackt und uns dann zu einer letzten kleinen Wanderung, dem Hemlock Bluff mit nur 3,5 km, aufgemacht. Eigentlich wollten wir einen längeren Trail nehmen, aber nach den letzten Tagen waren wir einfach zu müde. Es war wieder einmal ein wunderschöner Weg mit tollem Ausblick. Ein Wespenangriff hat mir dann letztendlich auch die Chance gegeben, mal kurz schlechte Laune zu haben, aber auch das ging vorbei – mit Zeit und Daniels Salbe. Wir sind zurück ins Hostel, haben unser Curry aufgegessen, und uns dann in aller Ruhe auf den Rückweg nach Cobourg gemacht.

Dieser Ausflug war wirklich alles was ich mir hätte erträumen können und wir haben alles von unserer Liste streichen können. Die vier Tage waren voller Wanderungen, etwas Kanu fahren, Schwimmen und Entspannung, was zum perfekten Zustand von Ermüdung und einem tiefen, erholsamen Schlaf geführt hat. Ich würde jederzeit zurück gehen wenn ich könnte!

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